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Poträt: Galsan Tschinag




28.05.07 Galsan Tschinag ist wohl das herausragendste Bindeglied zwischen Deutschland und der Mongolei. Seine literarische Botschaft reicht weit über die Welt des Altai hinaus.
Von der Partnerschaft zwischen Mensch und Natur handeln seine Erzählungen. Sie sind klar und karg wie die Steppe, ohne Schnörkel, voll tiefer Wahrheit.

Galsan Tschinag, 1943 als jüngster Sohn einer Nomadenfamilie in der Westmongolei geboren, ist Stammesoberhaupt der turksprachigen Tuwa, einer ethnischen Minderheit in der Mongolei.
Nach Abschluss der Schule erhält er 1962 ein Stipendium, das es ihm erlaubt, in die DDR zu reisen. Er lernt Deutsch und Germanistik in Leipzig. Seitdem schreibt er seine literarischen Texte vor allem in deutscher Sprache.
Denn:
»Einst verschlug die sozialistische Freundschaft einen mongolischen Fürstenspross als Austauschstudent in die DDR. Seitdem schreibt er zwar immer noch mongolische Verse, aber auch deutsche Prosa, denn seine Muttersprache kennt zwar Dichtung in Gesängen, hat aber keine Schrift in unserem Sinn. Heute verkörpert er die wunderliche Mischung von deutschsprachigem Schriftsteller und mongolischem Schamanen.«
www.3sat.de


1968 kehrte er in seine Heimat zurück, lehrt in den folgenden Jahren an der Universität in Ulan Bator deutsche Sprache und Literatur, bis er 1976 wegen "politischer Unzuverlässigkeit" Berufsverbot erhält.
Als Redakteur der Zeitschrift "Journalist" und als Cheflektor bei "Mongol Kino" wirkt er unermüdlich weiter, bemüht sich um die Verfilmung mongolischer Epen.
Seit 1991 lebt er als freier Schriftsteller vor allem in Ulan Bator, zieht aber auch noch monatelang als Nomade mit seiner Sippe durch das Altaigebirge in der Nordwestmongolei.
Galsan Tschinag versteht sich als Mittler zwischen den Kulturen und ist im Ausland viel auf Lesereisen unterwegs.
Im Sommer 1996 erfüllt er sich einen Teil seines Lebenstraumes:
Zur Rettung der traditionellen Nomadenkultur führte er in 63 Tagen eine Karawane von Tuwa-Nomaden, die im Zuge kommunistischer Planwirtschaft im Norden der Mongolei angesiedelt worden waren, 2000 km weit zurück in ihre ursprüngliche Heimat, das Altai-Gebirge.
Diese größte Karawane seit Dschingis-Khan erregte großes Aufsehen in der Öffentlichkeit und stärkte das Selbstbewusstsein der jahrzehntelang entwurzelten und unterdrückten Nomaden.
»… man spürt sofort: Hier wird keine Folklore vermarktet. Galsan Tschinags erstaunlich geschmeidige, poetische Sprache behält auch, wenn er lacht, ihren Ernst. Worte, die gelten...«
Neues Deutschland

Galsan Tschinag - Veranstaltungen
Kurhaus Bad Herrenalb, Vortrag
27.05.2007
16:00 Uhr

Kurpromenade 8
76332 Bad Herrenalb
Vortrag: "Wenn Himmel und Erde sich verbinden"

Schamanische Heilkunst und Spiritualität

Im Rahmen des Pfingsttreffens 2007 des Förderkreises für Ganzheitsmedizin


Schöpferisches Zentrum, Seminar
Am 29.05.2007 um 17:00 Uhr

Schaarweg 70, Neustadt-Rettin
Einzelheiten zur Veranstaltung:
Eröffnung der Heilerwoche, Vortrag und Gespräch, begleitet mit Musik von Galtai Galsan, Pferdekopfgeige
Stadtbibliothek Teterow, Lesung

30.05.2007 19:30 Uhr
Neukalenerstr. 22
17166 Teterow
Lesung, begleitet mit Musik von Galtai Galsan, Pferdekopfgeige
Literaturhaus Villa Clementine, Lesung
31.05.2007 19:30 Uhr

Frankfurterstr. 1
65183 Wiesbaden
Lesung, begleitet mit Musik von Galtai Galsan, Pferdekopfgeige
Albert-Schweizer-Haus, Lesung
01.06.2007 19:00 Uhr

Beethovenallee 16
53173 Bonn
Albert-Schweizer-Haus, Seminar
02.06.2007 10:00 Uhr


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