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Rückkehr ins Leben




21.06.07 Der junge Autor Ishmael Beah verarbeitet in seinem Buch "Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat", die Erlebnisse seiner Kindheit in Sierra Leone.
„Ich kann es nie vergessen“, - Ishmael Beah war Kindersoldat in Sierra Leone. Der heute 27-jährige kann die Grausamkeiten nicht vergessen, derer Zeuge er war, obwohl er unter Drogen gesetzt wurde und irgendwann aufhörte zu fühlen. Er funktionierte nur noch, er hat gemordet. Wie kann eine Seele von 12 Jahren solche traumatischen Ereignisse verkraften? Ishmael verarbeitet viel, indem er schreibt und -schreiben tut er viel. „Rückkehr ins Leben. Ich war Kindersoldat“ (Campus Verlag) ist sein erstes Buch und wurde ein Riesenerfolg.

„Ein Buch wie dieses gab es noch nicht.“
Der Spiegel

Beah beschreibt seine Erlebnisse ohne Anspruch auf Mitleid zu erheben, Grund dazu hätte er allemal. Doch er bewahrt Distanz. Durch seine Darstellung der Ereignisse gibt er Themen wie, menschlichen Perversionen, das Trauma der Kinder, Wachheit gegenüber Tendenzen in unserer Gesellschaft und Manipulation, Raum, auf den Leser ungefiltert zu wirken.

Ein sehr lesenswertes Buch über Westafrika, den Wahnsinn Krieg und die Hoffnung die doch besteht – und niemals stirbt - das beste Beispiel ist der Autor selbst.

Das Buch ist die literarisch wohl gelungenste Aufarbeitung des Kindersoldaten-Themas.
3sat Kulturzeit

Wie schwer es ihm gefallen sein muss, wieder in die schrecklichen Erinnerungen einzutauchen, kann man sich nicht vorstellen. Er selber sagt dazu: „… ich finde es ungeheuer wichtig, über diese Erfahrungen, die ja Tausende Kinder machen müssen, zu berichten. Und damit es in den Herzen der Leser ankommt, wollte ich auch meine persönliche Geschichte schreiben. Das Elend muss ein Gesicht bekommen, damit man es begreifen kann.“

Als Ishmael Beah mit 15 Jahren von der UNICEF befreit und in die USA gebracht wurde, hat er erst wieder lernen müssen, was Emotionen sind und was Vertrauen ist. Er konnte mit Hilfe der richtigen Betreuung die erzwungene Drogensucht überwinden und seinem Leben Perspektiven geben. Gerade hat er seinen Abschluss in Politikwissenschaften gemacht, möchte noch Jura und internationale Politik studieren und später für eine Menschenrechtsorganisation arbeiten. Bewundernswert.
Auf die Frage, wie der Leser sich engagieren kann, antwortet Ismael: Zum einen durch Spenden (z.B. UNICEF, Human Rights Watch), aber noch wichtiger sind „häufige Berichterstattungen, auch über die kleinen und armen Länder, damit die Situation dort nicht vergessen wird“.


In jüngster Zeit auch dazu beigetragen, dass die Situation nicht in Vergessenheit gerät, hat der mehrfach mit dem Oscar nominierte Kinofilm „Blood Diamond“.

Blood Diamond
Drama/Thriller - USA 2006
FSK: Freigegeben ab 16 Jahren - 143 Min. - Verleih: Warner
Auf DVD erhältlich

Inhalt:
In Sierra Leone der 90er Jahre herrscht chaotischer Bürgerkrieg zwischen Regierung und Rebellen. Der afrikanische Fischer Solomon Vandy (Djimon Hounsou) wird mit anderen Männern aus seinem Dorf entführt und gezwungen, in den Diamantenminen zu arbeiten. Dort findet er einen höchst seltenen, rosa-schimmernden Rohdiamanten und versteckt ihn unter Lebensgefahr. Von Solomons Geschichte erfährt der weiße Söldner Danny Archer (Leonardo DiCaprio), der wegen Schmuggels im Gefängnis sitzt. Kaum in Freiheit begibt er sich zusammen mit Solomon und der amerikanischen Journalistin Maddy Bowen (Jennifer Connelly) auf die Suche nach dem Stein. Solomon, der nur einwilligt den Stein zu finden, um seine Familie zu retten, führt sie immer tiefer in die von Rebellen kontrollierten Unruheprovinzen. In einer dieser Provinzen wird auch sein Sohn als Kindersoldat festgehalten.
Mit seiner Hinwendung zu dem afrikanischen Kontinent und einem der Öffentlichkeit nur wenig bekannten Problem, schaffte es Regisseur Edward Zwick, mit spannenden und erschütternden Bildern große Gefühle auf die Leinwand zu bringen. Es entstand ein packendes Drama, mit einem staunenden und einem kritischen Blick. Opulent und im klassischen Hollywood-Stil aufgezogenes Kino, - dennoch, oder gerade deshalb, vermocht es Edward Zwick mit „Blood Diamond“ auf die Missstände in Afrika aufmerksam zu machen. Hochbrisant, vielschichtig und politisch engagiert.

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