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Demian
Verfasser der Rezension: Franziska de Decker Unter dem Pseudonym Emil Sinclair veröffentlichte Hermann Hesse 1919 die Erzählung „Demian“. Das Synonym wählte Hesse (damals 42 Jahre alt), weil nicht der Name eines "alten Onkels" die Jugend vom Lesen des Buchs abhalten sollte. Und wahrscheinlich auch um einen Abstand zwischen sich selber und der Romanfigur Sinclair herzustellen. Denn es weist nicht nur biographische Parallelen auf, sondern ist mit solch einer Seelentiefe verfasst worden, dass die Worte direkt aus seinem Herzen zu stammen scheinen. Mitten in den Wirren und den Schrecken des ersten Weltkriegs ist 1916 sein Vater verstorben, sein Sohn war ernsthaft erkrankt und seine Frau litt unter einem Nervenzusammenbruch. Diese Zeit der traumatischen Erlebnisse prägten das Leben und Wirken von Hermann Hesse nachhaltig. “Demian“ ist von einem Suchenden für andere Sinnsucher geschrieben. Es erzählt das Erleben des jungen Sinclair zweier konträrer Welten; der warmen, lichten seines Elternhauses und der kalten, bedrohlichen; der realen Welt, die ihn gleichermaßen anzieht und abschreckt. Sinclair in seiner Unschuld und seinem sensiblem Sinnvermögen fühlt sich der grausamen, harten Umwelt gegenüber, die korrumpiert und verdorben ist, ausgeliefert. Mitten in diesem inneren Konflikt begegnet ihm der neue Mitschüler Max Demian, ein Freigeist, der ihn wieder ins Licht führt. Demian ist ein Mensch (?), über dessen Motive sich der Leser bis zum Ende nicht im Klaren wird. Er verfügt über großes intuitives Wissen und konfrontiert Sinclair mit sich selbst. Auf seinem Weg zum Erwachsenwerden spielt Demian, trotz Abwesenheit, eine zentrale Rolle für Sinclair und gibt ihm auf seinem Weg geheimnisvolle Hinweise. „Abraxas“ ist einer davon und bedeutet: Die Religion von der Bewahrung der Selbstachtung. Ein Meisterwerk, das Generationen vor, und noch nach uns begeistert und nachdenklich inne halten lässt. Weil daraus Kraft, Mut und Liebe für den ureigenen, inneren Weg geschöpft wird. Und weil genau wie der Protagonist sich in diesem Buch selbst sucht, sich findet und wieder verliert, um sich im Klaren darüber zu werden wer er ist und wer er sein möchte, wir auch auf der Suche sind. Manchmal braucht es nur einen, der genau das auszudrücken vermag. Hermann Hesse wurde 1946 mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet. Mit einer geschätzten Gesamtauflage von mehr als 120 Millionen Exemplaren ist er der meistgelesene deutschsprachige Autor der Welt. Auch sehr zu empfehlen von ihm sind „Siddhartha“, „Der Steppenwolf“ und „Unterm Rad“ u.a. |
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